Jedes Jahr im Herbst testen ADAC und europäische Partnerclubs neue Winterreifen. Am 22. September 2026 wurden die Ergebnisse für die Saison 2026/2027 veröffentlicht: Getestet wurden 32 Winterreifen in zwei Dimensionen. Das Ergebnis ist ernüchternd – nur sechs Reifen erhielten die Note „gut“. Hier die wichtigsten Ergebnisse und was sie für Ihren Reifenkauf bedeuten.

Getestete Dimensionen

  • 185/65 R15 – typisch für Klein- und Kompaktwagen (16 Reifen),
  • 225/50 R17 – für Mittelklasse, Kombis und manche SUV (16 Reifen).

Bewertet wurden Fahreigenschaften auf Schnee, Eis, nassen und trockenen Straßen sowie Umweltkriterien wie Verschleiß, Laufleistung, Rollwiderstand und Geräusch.

Ergebnisse 185/65 R15

In der kleineren Dimension erhielten nur zwei Reifen die Note „gut“:

  • Continental WinterContact TS 870 – Bremsweg nass aus 80 km/h: 36,1 m, prognostizierte Laufleistung 34.300 km,
  • Michelin Alpin 7 – Bremsweg nass: 37,1 m, Laufleistung 33.100 km.

Fünf Reifen wurden „befriedigend“, sechs „ausreichend“ und drei „mangelhaft“ bewertet. Zu den Schlusslichtern gehören Sunny Winter-Max NW611, Atlas Polarbear HP und Rockblade Rock 868S. Der Rockblade benötigte auf nasser Fahrbahn 51,4 m – mehr als 15 Meter länger als der beste Reifen. Diese Differenz entscheidet im Ernstfall über einen Unfall.

Interessant: Der Bridgestone Blizzak LM 005 bremste in dieser Größe am kürzesten auf Nässe, erreichte aber nur 22.400 km prognostizierte Laufleistung.

Ergebnisse 225/50 R17

In der größeren Dimension erhielten vier Reifen die Note „gut“:

  • Pirelli Cinturato Winter 3 – kürzester Nassbremsweg im Test (34,7 m),
  • Continental WinterContact TS 870,
  • Goodyear UltraGrip Performance 3,
  • Michelin Alpin 7.

Sechs Reifen schnitten „befriedigend“ ab, sechs fielen durch. Nicht empfohlen werden Falken Eurowinter HS02 Pro, Toyo Observe EWS1, Tracmax Ice-Plus S210, Aptany RW211, Royal Black Royalwinter UHP und Sunwide Snowide. Der Sunwide hatte mit 46,3 m den längsten Nassbremsweg.

Was lernen wir aus dem Test?

Billig ist oft teuer

Günstige Importreifen schnitten im Test häufig am schlechtesten ab – vor allem beim Bremsen auf Nässe, der häufigsten Winterbedingung in Mitteleuropa.

Gesamtnote zählt

Manche Reifen glänzen in einer Disziplin und versagen in einer anderen. Entscheidend ist die ausgewogene Gesamtleistung.

Ergebnisse gelten für die getestete Größe

Dasselbe Modell kann in einer anderen Dimension etwas anders abschneiden. Für ähnliche Größen sind die Ergebnisse aber ein guter Anhaltspunkt.

Winter- oder Ganzjahresreifen?

Spezielle Winterreifen bieten bei wechselnden Winterbedingungen die beste Leistung. Gute Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol können für Stadtfahrer in milden Regionen sinnvoll sein.

Vor dem Kauf beachten

  • Reifengröße am Reifen oder in der Zulassungsbescheinigung prüfen,
  • auf das Alpine-Symbol achten – in Deutschland seit Oktober 2024 Pflicht bei Winterwetter, mehr im Ratgeber Winterreifenpflicht,
  • Herstellungsdatum (DOT-Nummer) prüfen,
  • Preise für Montage, Wuchten und Einlagerung vergleichen.

Die vollständigen Ergebnisse mit allen Noten finden Sie in den Veröffentlichungen des ADAC und seiner Partnerclubs.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich Winterreifen ersetzen?

Spätestens wenn die Profiltiefe unter 4 mm fällt oder die Reifen deutlich gealtert sind. Viele Experten raten, Reifen nach etwa sechs bis acht Jahren auch bei ausreichendem Profil kritisch prüfen zu lassen.

Sind Testergebnisse auf andere Größen übertragbar?

Nur eingeschränkt. Sie geben eine gute Tendenz, aber dasselbe Modell kann in einer anderen Dimension etwas anders abschneiden. Fragen Sie Ihren Reifenhändler nach Ergebnissen für Ihre Größe.

Lohnt sich ein Premiumreifen?

Der Test zeigt große Unterschiede beim Nassbremsweg. Ein kürzerer Bremsweg kann einen Unfall verhindern – das ist meist mehr wert als der Preisunterschied.

Reifenservice in Ihrer Nähe

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